Blutungen:

Wir unterscheiden „Innere Blutungen“ und „Äussere Blutungen“

Die „Inneren Blutungen“ entstehen meistens durch massive Gewalteinwirkung von aussen durch Schläge mit harten Gegenständen, Stürze aus grossen Höhen, Verkehrsunfälle oder ähnlichen Dingen.
Sie sind von Aussen als Blutung nicht zu erkennen, machen sich aber als schnelle Atmung, hoher, schlecht tastbarer Puls, nicht oder nur langsam nach Druckprüfung, wieder rosig werdendes Zahnfleisch bemerkbar.

Sie stellen IMMER einen lebensbedrohlichen Zustand dar!!!

Der Hund muss bei Verdacht IMMER einem Tierarzt zugeführt werden, denn hier kann nur eine Operation Abhilfe schaffen!!!

Als Ersthelfer sind wir hier ziemlich hilflos. Wichtig ist vor allem aber:
Ruhe bewahren, nichts zu Fressen und zu Trinken geben.


Bei den „Äusseren Blutungen“ können wir schon etwas mehr machen.
Oberstes Gebot lautet hier, eine starke Blutung, wenn möglich zum Stehen bringen, d.h. wir legen an der Blutungsstelle, sofern sich keine Fremdkörper in ihr befinden, einen Druckverband an. 
Ein Druckverband bedeutet, einen Verband anzulegen, der etwas fester ist als ein normaler Verband. Nicht mehr, aber auch nicht weniger, eben einen Verband mit gerade soviel Druck, das die Blutung soeben zum Stillstand kommt. 
Sollte der Verband nach ein paar Minuten wieder durchgeblutet sein, kann man einen etwas festeren Verband noch einmal darüberlegen.
20 – 30 Tropfen Blut pro Minute können aber getrost toleriert werden. 
Da 20 Tropfen etwa 1ml sind, würde er bei einer Fahrzeit von ca. 30 Minuten zum Tierarzt, 30 – 45ml Blut verlieren. Dies würde jeder Hund ohne Probleme verkraften.
Ich weise deshalb so ausdrücklich darauf hin, weil ein zu fest angelegter Druckverband mehr Schaden anrichten kann, als ein paar ml Blutverlust.

Ausserdem wird aus einem gut gemeinten Druckverband sehr häufig eine Stauung und das wäre nun genau das was wir auf keinen Fall haben wollen, weil dadurch jede Blutung noch verstärkt wird.

Und Bitte, unterlasst den übertriebenen Unfug eine Abbindung anzulegen, es gibt eigentlich keinen vernünftigen Grund und keine Blutungsstelle, die man mit einem, oder mehreren Druckverbänden nicht in den Griff bekommt.

Die Nerven- und Gefässschäden, die durch Abbindungen verursacht werden, stehen in keinem Verhältnis zu deren Nutzen.