Brüche (Frakturen:

Bei den Brüchen müssen wir zwischen geschlossenen und offenen Brüchen unterscheiden.

Brüche kennzeichnen sich in aller Regel durch mehr oder weniger ausgeprägte Fehlstellung des betroffenen Gliedmasses, manchmal aber auch nur durch eine Buckel- oder Stufenbildung des Knochens. 
Bei offenen Brüchen kommt immer eine Weichteilverletzung durch Knochenteile hinzu, was die Infektionsgefahr erheblich vergrössert.
Beim sehr jungen Hund kann aber auch jedes Anzeichen einer Fraktur fehlen und das betroffene Gliedmass ist sogar noch einigermassen belastbar, so dass wir die Fraktur gar nicht bemerken werden. 
Man spricht hier von einer so genannten Grünholzfraktur.

Was ist in diesen Fällen als E. H. – Massnahme zu tun?
Die Meinungen gehen hier sehr auseinander und werden äusserst kontrovers diskutiert. 

>>>>Zum einen sagt man, man soll die Fehlstellung so weit wie Möglich beheben, um eine ungestörte Durchblutung des unterhalb der Fraktur liegenden Gliedmasses zu gewährleisten.

>>>>Zum anderen soll man das frakturierte Gliedmass in seiner Fehlstellung fixieren um mit den scharfen Bruchkanten der Knochen keine Nerven oder Gefässe zu zerstören.

Bei geschlossenen Brüchen würde ich den Kompromiss empfehlen, die Fehlstellung so weit zu berichtigen, wie dies der Hund gerade noch zulässt um einer Gewebszerstörung und Mangeldurchblutung vorzubeugen.

Bei offenen Brüchen ist in jedem Fall einer Manipulation von Laien abzuraten.
Hier kann doch mehr Schaden als Nutzen angerichtet werden.

Die offene Bruchstelle wird bestmöglich steril abgedeckt und beide Brucharten werden dann so gut es geht mit allen zur Verfügung stehenden Mitteln der Polsterung und Fixierung befestigt.

Hier sollte der Transport, wenn möglich in eine Tierarztpraxis / Tierklinik vorgenommen werden, die über die Möglichkeiten einer chirurgischen Frakturversorgung verfügt.

Auch hier gilt, nach Möglichkeit nicht allein transportieren.